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1987

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Jochen Welt, SPD, BM und MdB
wurde zum Protektorats- und Senatorenabend der GRO-RE-KA in der Engelsburg am 21.11.1987 zur Belustigung der anwesenden Vereinsmitglieder im Sträflingsanzug und Handschellen vor das Gericht geführt. Der "kleine" Jochen zur Vernehmung der ihm angelasteten Vorwürfe gekonnt in Szene gesetzt wurde in einem Laufstall arretiert. Das würdevolle, in schwarze Roben gehüllte und mit Perücken ausgestattete Gericht, bestehend aus Rene´ Pichon, Werner Hariegel und Günter Berghaus warf Welt u.a. anti-feministische Umtriebe und Landstreicherei vor. Die Richter outeten sich als versoffen und bestechlich und verhängten die Höchststrafe, die lautet: " Der Angeklagte muss eine weiße Weste tragen und diese lebenslang sauber halten. Zur Kontrolle ist die Weste alljährlich dem Gericht vorzuführen." Damit war Jochen Welt der erste Träger der Weißen Weste. Dieser besonderen Würde war sich Jochen Welt immer bewusst und hat sich ihr viele male als Richter gestellt oder wenn er für einen verhinderten Pflichtverteidiger in die Bresche gesprungen ist. Der Erfolg der ersten Weißen Weste schrie förmlich nach einer Neuauflage der Närrische Gerichtshof der GRO-RE-KA war geboren.
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1988

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Lothar Hegemann, CDU, MdL
trat am 26.11.1988 vor die Schranken der Närrischen Justiz. "Lothar der Gewaltige Hegemann, der Schwarze Riese, auch King Kong der CDU genannt, möge vortreten." So tönte der vorsitzende Richter Rene´ Pichon zum Senatorenabend und Närrischen Gerichtshof der Gesellschaft am ' 26.11.1988 in der Engelsburg. Die besitzenden Richter Werner Hariegel und Günter Berghaus. Vorwurf: Umweltverschmutzung ("er schmeißt immer die Luftschlangen weg, mit denen Erwin Marschewski sowieso nichts anzufangen weiß" und Störung des Kinofriedens vor. "Wwenn er vor einem sitzt, sieht man nur sein Kreuz; und rutscht er in den Sessel, hat der Vordermann seine Füße im Nacken". Die Unschuldsbezeugungen des riesig gestreiften Angeklagten halfen nichts. Urteil: Auf einem Dreirädchen müsse Lothar Hegemann im Matrosenanzug ein Schild tragen mit derAufschrift "Kleiner Mann was nun?" und natürlich die Weiße Weste. Kommentar WAZ: "Mit diesem Gag unter der Präsidentschaft von Werner Hariegel, hat sich die GRO-RE-KA ganz schön gemausert."
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1989

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Jürgen W. Möllemann, FDP, MdB
folgte am 24.11.1989 der Ladung der Narrenrichter Rene´ Pichon, Werner Hariegel und Günter Berghaus. Viele hatten den Vorankündigungen nicht glauben wollen, aber der damalige Bundesbildungsminister Möllemann erschien pünktlich um 22:00 Uhr in der Engelsburg und wurde durch den preußischen Gendarm, Manfred Lachenmayer, mit Fußkette und "Eisenkugel" vorgeführt. Der Bildungsminister nahm - wie trefflich - in einer nostalgischen Schulbank seinen Platz als Angeklagter ein. Seine sportlichen Aktivitäten, das Fallschirmspringen und sein Engagement bei Schalke 04, machte den Richtern Angst und Bange. "Wegen seiner antikarnevalistischen Gesinnung
und seines obskuren Berufes wegen ist er als Überzeugungstäter einzustufen und verdienst die Höchststrafe". Strafmaß: Dreimaliges Fallschirmspringen im Rosenmontagszug mit gezielter Landung im Prinzenwagen und - natürlich - das Tragen der "Weißen Weste".
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1990

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Hermann Heinemann, MDL und Arbeitsminister NRW
war am 24.11.1990 vierter Delinquent vor den Narrenrichtern Jochen Welt, Lothar Hegemann und Günter Berghaus. Die erste "öffentliche Verhandlung" um die Weiße Weste fand im prunkvoll geschmückten großen Saal im Festspielhaus statt und wurde im Rahmen eines karnevalistischen Programms präsentiert. Heinemann, der als "aggressiven Randalierer" (weil, der aus Dortmund stammende, ständig mit dem Bierglas in der Hand Überstunden mache, obwohl er diese im Bundesrat verbieten lassen wolle) in einer Zwangsjacke vorgeführt wurde, musste sich einem "Veterinärärztlichen" Gutachtens stellen. Dr. med. Dr. phil. Josef Jansen bescheinigte Heinemann volle karnevalistische Zurechnungsfähigkeit. Ein echter Kumpel (Werner Gabriel) stellte Heinemann mit Schnaps und Bier auf die Probe, ob der etwas vom Arbeiten verstehe. Pflichtverteidiger Jürgen W. Möllemann versagte zwischenzeitlich bei seinen launigen Sprüchen die Stimme und deshalb "verzweifelt nach seiner Zweitstimme suche" so Hegemann, freute sich, "die Muppet-Show einmal leibhaftig zu sehen". Die "Hohen Herren" verurteilten Heinemann zur Weißen Weste, wobei ein Vorschlag, den Minister als "Kölner Jungfrau" im Karneval einzusetzen, keine Mehrheit fand. Der Vollstrecker, GRO-RE-KA Senator Wolfgang Wesener sen., vollstreckte das Urteil.
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1991

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Dr. Norbert Lammert, damaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, CDU
hatte am 23.11.1991 seine denkwürdige närrische Gerichtsverhandlung. Lammert, der unter Bewachung eines Scharfrichters im "ausbrucksicheren" Bambuskäfig unter den Klängen von Macki Messer vorgeführt schlug sich tapfer. Unter der Last eines Ochsenjoches konterte er locker und schlagfertig die Vorwürfe der Richter Lothar Hegemann, Peter Rausch und Hermann-Josef Ahmann. Sein Pflichtverteidiger, der Vorjahreskandidat Hermann Heinemann, lehnte sich entspannt zurück. Als Vorsitzender der Deutsch-Brasilianischen Parlamentariergruppe sei Lammert in Brasilien gesichtet worden, das Baströckchen einer kaffeebraunen Schönheit diente als Beweis. Er habe nur dem Deutschen Fußballverband imponieren wollen, damit der Fußball hierzulande besser würde, versicherte der Rechtsaußenspieler der Bundestags-Fußballmannschaft. Im Namen des Närrischen Volkes der GRO-RE-KA Höchststrafe: Das lebenslange Tragen der Weißen Weste und mit dem Bastrock um die Hüften und einem Pilsglas in der Hand, am Rosenmontag das Rathaus in Bochum stürmen.
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1992

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Dr. Norbert Blüm, damals Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, CDU
lieferte bei der Gerichtsverhandlung am 21.11.1992 im Festspielhaus eine Lachnummer erster Klasse. Was Nobby vom Stapel ließ hatte wahrlich Kabarettformat. In Begleitung von Justitia (Irmhild Peter) entwickelte sich schon sein Auftritt im OPEL-Kittel und Schutzhelm mit Blümchen - Erinnerung an die absolvierte Lehre als Werkzeugmacher bei Opel - zu einem Triumphzug. Gegen den Angeklagten vom Format eines Norbert Blüm, der bereits mit zahlreichen karnevalistische Auszeichnungen für humoristische Spitzenleistungen im öffentlichen Dienst ausgezeichnet wurde, hatte das hervorragend besetzte Gericht, mit Lothar Hegemann, Günter Schaefer und Hermann Berkenhoff wahrlich einen schweren Stand. Pflichtverteidiger Dr. Norbert Lammert, der als gelungene Bestechung vor das Gericht mit einem Fässchen Altbier erschien staunte nicht schlecht, als Norbert Blüm, dem das Gericht politischen Kopfstand vorwarf, sich exakt in dieser Stellung aufbaute. Der Saal tobte und feierten den Angeklagten mit stehenden Ovationen. Weil Nobby Blüm keine Reue zeigte und als notorischer Wiederholungstäter einzustufen ist, die Höchststrafe: Im Namen des Narrenvolkes! Lebenslanges Tragen der Weißen Weste. Wie immer hatte Dr. Norbert Blüm das letzte Wort, sehr zur Freude des Publikums.
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1993

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Dr. Werner Hoyer, damals FDP-Generalsekretär
trat am 20.11.1993 in Fan-Kluft des 1. FC Köln vor das Narrengericht. Das "hohe, bestechliche" Gericht mit Hermann-Josef Ahmann, Günter Schaefer und Hermann Berkenhoff warf Dr. Hoyer die Entführung des Vereinsmaskottchens, den Geisbock vom FC Köln und Tierquälerei vor. Anders wäre nicht erklärbar warum der Verein auf so niedrigem Niveau dümpelt. Dem Geisbock wurde die Befragung nicht erspart. Der Vierbeiner (im Kostüm die GRO-RE-KA Nachwuchskarnevalistinnen Verena Peter und Sinje Fröhlich erklärte auf höchst ungehörige Art seine Meinung. Dr. Norbert Blüm bemühte sich vergebens die Entgleisung zu verhindern. Überhaupt brillierte Norbert Blüm als Pflichtverteidiger. Zur Freude der Narrenvolkes kalauerte er durch die Verhandlung und tönte bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit und mit Blick auf FDP Generalsekretär Hoyer: "Die Koalition zwischen CDU und FDP steht fest" und "ich pflege die FDP so lange bis wir die Pflegeversicherung haben." Selbst die Gesänge von Norbert Blüm "Du schwarzer Zigeuner" und Werner Hoyer "hoch auf dem gelben Wagen" beeindruckten die Richter nicht, Urteil: Die Weiße Weste für Dr. Werner Hoyer.
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1994

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Wolfgang Clement, damaliger NRW Minister für Wirtschaft, Technologie und Verkehr
zeigte sich am 19.11.1994 von seiner sportlichen Seite und radelte ganz leger in Fahrrad-Trikot und Helm vor die Schranken der närrischen Justiz im großen Festsaal im Festspielhaus. Wolfgang Clement bewies durch Witz und Eulenspiegelei ähnliche Entertainer-Qualitäten wie Norbert Blüm. Spielend wurde der als mögliche Rau-Nachfolger gehandelte Politiker mit allen Anklagen fertig. Zum Vorwurf des Hochmuts, die Geschicke NRW lenken zu wollen, ohne je einen Führerschein gemacht zu haben, erwiderte der Sozi: "Vom Rücksitz aus hat man den besseren Überblick". Die Richter Hermann-Josef Ahmann, Peter Rausch und Hermann Berkenhoff hatten keinen leichten Stand. Den Vorwurf Amtsmissbrauch (als Komparse im Film "ein Mann für jede Tonart" soll Clement dem Hauptdarsteller die Schau gestohlen haben) schmetterte Clement genüsslich ab, er habe mehr Sexappeal als Uwe Ochsenknecht. Selbst seinen Pflichtverteidiger, den Vorjahreskandidaten Dr. Werner Hoyer, kalauerte Clement an und machte seine zur Zeit glanzlose FDP zur Zielscheibe. Nicht nur mit Worten sondern auch mit Taten überzeugte Clement. Beim Kampftrinken zog Richter Ahmann den kürzeren. Clement leerte ein Bierglas schneller als der Richter seinen "Klaren". Schließlich habe er, so der Angeklagte, mit diesen Wetten sein Studium finanziert. Das Urteil fiel erwartungsgemäß hoch aus. Die Weiße Weste für Wolfgang Clement.
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1995

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Joschka Fischer, damaliger Bundessprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
schlenderte unter den Klängen von "Conquest of paradise" am 18.11.1995 in Steigeruniform, Schutzhelm und grünem Arschleder vor den Richtertisch auf dem grünen Hügel in RE. Das Tempo des verbalen Schlagabtauschs zwischen Fischer und seinem Verteidiger Clement war atemberaubend und erzeugte bei den Zuhörern Lachkrämpfe. Wolfgang Clement angriffslustig: "Typisch die Grünen sind immer unvorbereitet, aber die lernen ja noch", Joschka Fischer lässig: "Die SPD nicht mehr". Der Politnase Josef Martin Fischer warfen die Richter Hermann-Josef Ahmann, Peter Rausch und Hermann Berkenhoff Amtsanmaßung vor. Er klaue erst in Hessen und nun in Bonn den Oppositionsführern die Rolle - sowie Großmäuligkeit - "Zwischenrufguru des Bundestages" und Faulheit -"spielt kaum noch Fußball" und übertriebenem Wahrheitswahn: "der Bundeskanzler (Hauptfeind - Bhudda Kohl) ist eine fleischgewordene Legende". Fischer: "Bei dem muss ich mich noch entschuldigen. Der wiegt nicht 150 Kilo, wie ich behauptet habe, sondern wahrscheinlich 177. Seine "125" wolle Fischer1998, eindeutig in die Koalitions-Waage mit den Genossen werfen, schmunzelte er Weitsicht beweisend. Die Westenträger Jochen Welt und Dr. Norbert Lammert wurden vom Gericht noch als Zeugen vernommen. Joschka Fischer bekannte knieend seine Schuld und trug die Höchststrafe - die genau passende Weiße Weste - mit Fassung.
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1996

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Dr. Helmut Linssen, der damalige Fraktions-Vorsitzende NRW-CDU
stellte sich am 23.11.1996 dem Narrengericht der GRO-RE-KA im Saalbau. Als sein Pflichtverteidiger agierte Jürgen W. Möllemann in Vertretung für den verhinderten Joschka Fischer. Dieser, so Möllemann, trete für die 25 Stunden Woche ein und die hätte Fischer bereits erfüllt.Auf die Frage der Richter: "Wo haben Sie Ihre Weiße Weste?" Die habe Mölli angeblich im Recklinghäuser Rathaus abgegeben, dort gäbe es keine mehr. Eine mit Lachern quittierte Anspielung auf die Korruptionsaffären, die 1996 Recklinghausen bis ins Mark erschütterten. Das Narrengericht besetzt mit Hermann-Josef Ahmann, Werner Hariegel und Hermann Berkenhoff fuhr mit der Anklage schweres Geschütz auf. Erregung öffentlichen Ärgernisses, Trunkenheit und "er ist so geizig, dass er zuerst das Kaufen von Zigaretten und erst viel später das Rauchen eingestellt habe". Linssen beteuerte dem Gericht glaubhaft: "Geizhälse sind ungeliebte Zeitgenossen aber angenehme Vorfahren." In Anbetracht der Harmonie zwischen Angeklagtem und Verteidiger verhängte das Gericht folgende Strafen: 1. Tandem-Fallschirm-Sprung mit Möllemann und natürlich die Weiße Weste.
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1997
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Franz Müntefering, SPD
erschien beim 11. Närrischen Gerichtshof der GRO-RE-KA am 22.11.1997 im Saalbau ausgehungert vor das Narrengericht. Kräftig langte er bei dem deftigen westfälischen Imbiss zu. Worauf sich die als Staatsanwältin debütierende Renate Fröhlich lautstark beschwerte: "Wieso kriege ich nichts zu essen?" Ahmann: "Staatsanwälte sind doch nicht bestechlich." Fröhlich konterte mit Blick auf den Korruptionsjäger: " Ich heiße doch nicht Koch." Nach diesem gelungenen Einstand klagte sie Müntefering schwerer karnevalistischer Verbrechen und Vergehen an. Franz Müntefering gehöre dem Närrischen Dreigestirn der SPD als Bauer an, neben Gerhard Schröder dem Prinzen und Oskarine Lafontaine der Jungfrau; wäre Müntefering das ganze Jahr über maßgeblich an den karnevalistischen Einlagen der SPD beteiligt. Lacher erntete Müntefering, der als Bauer immer wieder lautstark Subventionen forderte, und gab erst Ruhe als Richter Ahmann im 20 Mark zusteckte. Der Vorwurf, der ehemalige Arbeitsminister mache zu viel Überstunden konterte sein Verteidiger Dr. Helmut Linssen: "Nach dem Sauerländischen Brauereigebot des Jahres 1111 gilt die Regel. Wer für drei trinkt, soll auch für drei arbeiten". Darauf prostete Müntefering und leerte den Krug in einem Zug. Dem Antrag der Staatsanwältin, Müntefering solle mindestens 8 Sozialstunden im Kölner Karneval ableisten und den Kölschen Buren vertreten entsprach das Gericht nicht. Die Richter Hermann-Josef Ahmann und Hermann Berkenhoff und die Schöffen, die Westenträger Jochen Welt und Lothar Hegemann, verhängten die Höchststrafe, nämlich das lebenslange Tragen der Weißen Weste.
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1998
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Dr. Irmgard Schwaetzer, ehemalige Bundesbauministerin der FDP
musste sich am 21.11.1998 im Saalbau dem Narrengericht stellen. Wenn Westenträger beleidigt werden, kennt die GRO-RE-KA kein Pardon. Als Beweis zitierte die Närrische Staatsanwältin Renate Fröhlich die Riesenschlagzeile einer Boulevardzeitung. "Schwaetzer zu Möllemann: Du intrigantes Schwein". Bon(n)mot, das sich auf die FDP interne Zankerei über die Genscher Nachfolge im Auswärtigen Amt bezog."Das ist Ketzerei" tönte Fröhlich. Schwaetzer wäre außerdem Auslöserin einer närrischen Revolte und würde den Männern ihre Vorrechte streitig machen. Die Jaenne d´Arc der FDP konterte locker uns witzig: "Jeder erlaubt sich Chaostage - damals war es die FDP, jetzt die neue Bundes- regierung". Dem bereits vom Gerichtsdiener Otto Corzillius errichteten Scheiterhaufen entging Irmgard Schwaetzer nur um Haaresbreite. Zeigte sichreumütig und miemte die Unschuld vom Lande. Die Richter Hermann-Josef Ahmann und Hermann Berkenhoff sowie den Schöffen Jochen Welt bestach die Angeklagte mit einem Fässchen Kölsch. Der Pflichtverteidiger Franz Müntefering bat um Gnade, zumal die Beklagte im Bonner Vorleben lange genug im Bau (Ministerium) verbracht hätte und schenkte seine Aufmerksamkeit der leckeren Mettwurst. Urteil für Dr. Irmgard Schwaetzer: Natürlich die Weiße Weste, die sie lebenslang sauber halten muss.
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1999
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Dr. Jürgen Rüttgers, Landesvorsitzender der NRW-CDU
kostümiert als Leichtmatrose wurde von Lothar Hegemann in Maske des Bundeskanzlers Helmut Kohl zum Richtertisch geleitet. Das Gerichtsspektakel fand am 20.11.1999 im Saalbau statt. Leider hatte sich die Pflichtverteidigerin Dr. Irmgard Schwaetzer so kurzfristig entschuldigt, so dass Dr. Rüttgers ohne "Rechtsverdreher" dem Narrengericht stellen musste. Die Kostümierung behagte dem Landesvorsitzenden wenig. Hatte er sich doch, um seinen Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten in NRW zu demonstrieren, eigens für diesen Abend eine Kapitänsuniform besorgt. Diese präsentierte er um so stolzer nach der Verhandlung. Die GRO-RE-KA Anklägerin Renate Fröhlich beschuldigte Rüttgers u. a. der Bildung einer kriminellen Vereinigung mit Etikettenschwindel. Mit Politgesellen der CDU betreibe er zielstrebig und mit unkarnevalistischer Härte die Regierungsübernahme in NRW. Der "kriminelle Haufen" agiere unter dem Etikettenschwindel "Rüttgers Club". "Das Zeug schütte ich mir noch nicht einmal in die Schuhe", konterte Rüttgers. Für launige "Gerichtsstörungen" sorgte Ulrich Engelmann im Kostüm des Bauer Ulfkotte. Die Richter Hermann Josef Ahmann, Dr. Wolfgang Wesener und Peter Rausch verwarfen den Antrag der Staatsanwältin und verhängten die Höchststraße, das lebenslange Tragen der Weißen Weste.
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2000

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Kerstin Müller, damals Bundes-Vorsitzende der Bündnis 90/Die Grünen
und bekennende Kölnerin zum alternativen Karneval, hatte ihre närrische Gerichtsverhandlung am 25.11.2000 im neu erstrahlten Festspielhaus im Saal Kassiopeia. Die Anklägerin Renate Fröhlich warf Kerstin Müller arglistige Täuschung vor, sie wäre keine Parteivorsitzende sondern Chefin einer Berliner Karnevalsgesellschaft und als Karatekämpferin zudem noch mit Schlagkraft. Mit Narrenkappe und Schärpe, geleitet von ihren grünen Elferratszwergen Joschka (Wolfgang Fuhrmann), Rezzo (Jens Bühning) und Jürgen (Patrick Gruner) trat sie vor die Richter Wolfgang Pantförder, Dr. Wolfgang Wesener und Wolfgang Schulte-Eversum. Als Pflichtverteidiger brillierte der eifrigst Schnittchen schmierend und mampfende Lothar Hegemann, der kurzfristig für Jürgen Rüttgers einsprang. Da Kölnerin Kerstin Müller in Berlin die tollen Tage nur mit verstärktem Kölsch-Genuss überstehen könne, somit gegen das BtMG verstöße, ordnete das Gericht eine Haarprobenanalyse an. Da die von unserer Senatorin und Friseurobermeisterin Monika Bolz genommene Haarprobe null - Alkoholwerte ergaben wurden Kerstin Müller erst einmal das gute Westfälische Bier eingeflößt. Trotz ihres Charmes entging Kerstin Müller der Höchststrafe, der Weißen Weste, nicht.
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2001
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Dr. Franz-Josef Antwerpes, (Betonung auf die erste Silbe seines Namens) SPD, Ex-Regierungspräsident in Köln
wurde im Kostüm des Großen Kölner Kurfürsten vom Tschakko (Fritz Gruner) dem Narrengericht am 24.11.2001 im Bürgerhaus Süd vorgeführt. Die Anklägerin lief zur Höchstform auf. Auf die Vorwürfe karnevalistischer Denkmal-Demontage und Amtsanmaßung reagierte der Angeklagte gelassen: "Ich verwahre mich gegen ihre Vorwürfe und beneide sie um ihre Ahnungslosigkeit, gnädige Frau".Zur Bill Ramsay Melodie "Zuckerpuppe aus der Bauchtanztruppe" sang die Anklägerin: "Kennt ihr den Highway-Tiger, der so gern im Flieger, sich nach Kuba selbst entführt. Diesen Rotgenossen, der bekannt durch Possen, auch noch Castro konsultiert. Antwerpes, Antwerpes, das ist dieser Mann. Diesen Rum-Experten mit Zigarren Fährte klagen wir als süchtig an....." Konter Antwerpes: " Sie sind eine lustfeindliche Person, Grün Gold vor Neid. Sieht man ja an ihrer Kappe." Jochen Welt, der kurzfristig als Pflichtverteidiger einsprang, hatte Mühe seine witzigen Argumente für den Angeklagten zu platzieren. Dieser war nicht zu bremsen und lieferte zur Freude des gemeinen Narrenvolkes eine Posse nach der anderen. Dabei konsumierten alle Beteiligten besten Kuba-Rum und vollmundigen Rotwein. Die Richter Hermann-Josef Ahmann und Wolfgang Pantförder schmaukten mit dem Angeklagten die dicken Havanna um die Wette. Richter Dr. Wolfgang Wesener, bekennender "Nieraucher", lutschte genüsslich eine Schokolasen-Zigarre. Wortgewand forderte Antwerpes Freispruch und zog launisch das Publikum auf seine Seite. Völlig undenkbar.Jeder weiß doch, dass man bei der GRO-RE-KA der Höchststrafe nicht entgeht. Auch für Dr. Franz Josef Antwerpes, die Weiße Weste.
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2002
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Dr. Guido Westerwelle, Bundesvorsitzender der FDP in Kombination
mit seinem PflichtverteidigerDr. Franz-Josef Antwerpes warfen sich zum 16. Närrischen Gerichtshof am 30.11.2002 im Festspielhauswortgewandt die Bälle zu. Antwerpes legte sich kräftig ins Zeug :" Ich werde für sie Argumente ins Feld führen, die noch nie jemand ins Feld geführt hat!" Der Wortschwall des Pflichtverteidigers war nur durch ein energisches "Halt die Klappe" zu stoppen, schließlich wollte Westerwelle selber Stellung beziehen, zumal ihm das Supermannkostüm, welches ihn eher an einen Strampelanzug erinnerte, gar nicht behagte. Die Anklage der Staatsanwältin und Präsidentin Renate Fröhlich, mit fetzigen Rhythmen untermauert, ließen dem Angeklagten die Wursthäppchen im Halse stecken. Diebstahl des Wahlslogans 18% von Möllemann, Heiratsschwindel in Verbindung mit Hochstapelei und Patentdiebstahl. Zwischendurch schlich eine dunkel gekleidete Möllemann-Maske (Patrick Gruner) durch den Saal. Drohte mit dem Finger in Richtung Westerwelle und steckte ihm auch noch eine "GELBE schwarze Kasse" zu, was Westerwelle durchaus amüsiert verfolgte. Westerwelles Medienkontrolle und seine Klagegegen den Ausschluss zum Kanzler-Duell, damit hätte er jeglichen Respekt für das Amt vermissen lassen und ein Verfassungsorgan verunglimpft. Trotz allerhöchstem Spaßeffekt blieb dem Gericht mit Hermann Josef Ahmann, Wolfgang Pantförder und Dr. Wolfgang Wesener nur das Verhängen der Höchststrafe übrig, die Weiße Weste für Westerwelle. Außerdem verpflichtete sich Westerwelle das Gericht nach Berlin einzuladen, sollte die FDP bei den Wahlen in Hessen und Niedersachsen zusammen keine 18% zu erreichen. Wie belegbar ist, hat die FDP dies nicht geschafft. Das Gericht hat allerdings bisher nicht die Einlösung des Versprechens gefordert.
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2003

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Dr. Jörg Twenhöven, Regierungspräsident zu Münster, CDU
bettelte beim Narrengericht am 22.11.2003 im Festspielhaus um eine Verurteilung. Der 17. Gerichtshof - ein Ereignisder Sonderklasse. Die sangesfeste Anklägerin Renate Fröhlich, der redegewandte Angeklagte Twenhöven, das schlagfertige Gericht mit Hermann-Josef Ahmann, Wolfgang Pantförder und Bernd Gellert und der kämpferische Verteidiger Jochen Welt boten schwarz/rote Käbbeleien bis Mitternacht. Die Bützerei zwischen Anklägerin und Angeklagten hielt Renate Fröhlich nicht davon ab mit Härte gegen den RP vorzugehen. Verletzung der Unterhalts- und Fürsorgepflicht. Der RP gehe nicht energisch genug gegen die Raubritter aus südlichen und südwestlichen Gefilden vor, die eine Loslösung der Emscher Lippe Region aus dem Bezirk Münster betreiben und forderte analog dem Höhner Schlager "Da sind wir dabei, das ist prima, her mit dem Fördergeld". Dem Vorwurf der Völlerei in Tateinheit mit Trunkenheit am Lenker, bei dem der RP "vollgefressen und stark alkoholisiert auf dem Fahrrad gesichtet wurde", erschwerte Twenhöven noch: "Und zwar freihändig!" Der Tschakko, Fritz Gruner, schleppte Requisiten, wie Scharfrichterbeil und Jochholz. Der Angeklagte zeigte sich wenig beeindruckt und wies sich als Dienstherren der Polizei aus. Als wenn das unseren Tschakko einschüchtern könnte. Das Gericht tat sich schwer und überlegte erstmals einem Kandidaten die Höchststrafe zu verweigern. Der Kandidat flehte: "Als schwarzer RP kann ich unmöglich nach MS ohne Weiße Weste zurück." Auf alles ließ er sich ein, eine Fahrradtour für das Gericht in Münster zu organisieren, die Halde in Hochlarmark hochzuradeln und als Regionsförderung am Südhang schwarze Reben zu pflanzen. Das Gericht ließ sich erweichen und verurteilte Dr. Jörg Twenhöven zur Weiße Weste.
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2004

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Rezzo Schlauch, Bundesfraktion Bündnis 90/ Die Grünen, Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium
verurteilte das Narrengericht der GRO-RE-KA, mit Richter Hermann -Josef Ahmann und Dr. Wolfgang Wesener sowie der debütierenden Richterin Danuta Grimm, zur Teilnahme am nächsten Dschungel-Camp. Dort soll er beim Verzehr von Würmern, Käfern und ähnlichem Getier darben und sich mit den Grundsätzen seiner Partei hautnah auseinandersetzen. Natürlich muss Rezzo Schlauch ebenfalls lebenslang die Weiße Weste tragen. Dem Urteil zur 18. Verhandlung im Festspielhaus war eine launige Sitzung vorausgegangen. Anklägerin Renate Fröhlich ließ am Ritter Rezzo von Bächlingen kein gutes Haar: Sie haben dieFarben gewechselt wie ein Chamäleon. Von der Burschenschaft schwarz-weiß zum tiefroten SDS hin zu den Grünen. Jetzt sprechen Sie schon wieder dem Roten zu . Da gibt es nichts zu bereuen. In dieser Zeit habe ich die Uni nur selten von innen gesehen und mir außer einem guten Leben nichts zu Schulden kommen lassen, konterte Schlauch. Auch den Vorwurf der Völlerei und Trunkenheit konnte die Verteidigung durch Jochen Welt, der für den erkrankten - an diesem Abend schwer vermissten - Vorjahreskandidaten Dr. Jörg Twenhöven, eingesprungen war, nicht entkräften. Schließlich wurde bei der Sitzung kräftig den sinnlichen Genüssen zugesprochen. Dass Sie damit die Gesundheitspolitik unserer Recklinghäuserin Renate Künast torpedieren, wssen Sie? Die Anhebung der Ökosteuer wurde von der Anklage als schwerer Raub eingeordnet. Bei der Verteidigung ließ Welt diesen Punkt aus. Da fällt Ihnen wohl nichts zu ein , fragte Ahmann. Nee, da bin ich befangen", räumte Welt ein.
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2005

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Dr Axel Horstmann, SPD, ehemaliger Verkehrsminister in NRW
beheimatet in Ost-Westfalen, schritt am 26.11.2005 energisch, nämlich Axel der Cherusker gerecht, vor das Narrengericht. Neben Hermann-Josef Ahmann und Dr. Wolfgang Wesener agierte als dritter Richter Dr. Franz-Josef Antwerpes. Der ehemalige RP in Köln, Weiße-Westenträger 2001 und als Pflichtverteidiger zugelassene Antwerpes trällerte, zur Freude des Narrenvolkes so lange, bis die Vollversammlung der GRO-RE-KA ihn als Narrenrichter bestätigte. Die Pflichtverteidigung für Dr. Horstmann übernahm der Vorjahreskandidat Rezzo Schlauch, der sich wegen seines Abschieds aus der aktiven Politik erst einmal selbst verteidigen musste. 25 Jahre habe ich an der politischen Front gestanden. Darauf Ahmann: War das nicht schon lange genug? Gejohle im Publikum: 1 : 0 für das Gericht. Dem Angeklagten vom Stamme der Cherusker angepasst, tagte das Narrengericht als Ting-Gericht; stilecht unter einem Baum, im eingezäunten Gerichtsfrieden, unter dem Zeichen von Schild und Schwert. Hermann-Josef Ahmann mit weiß geschältem Richterstab und martialischer Gerichtsführung ließ keinen Zweifel an seiner Autorität. Ebenso wie Renate Fröhlich, Präsidentin und Anklägerin der Gro-Re-Ka. Axel Horstmann ließ mit versteinerter Miene die Verlesung der Anklagepunkte über sich ergehen. Die Liste der Verfehlungen war lang: Postnatale Abtreibung der früheren NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn, Randale in einer Düsseldorfer Kneipe, Anstiftung zur Mineralölsteuer-Hinterziehung durch das Projekt fahrradfreundliche Städte und so weiter.... Eindeutige Pluspunkte sammelte Horstmann in dem er mit Bass-Stimme die SPD Kampfhymne Brüder zur Sonne zur Freiheit schmetterte. Helle Freude bei Richter Antwerpes, der gleich miteinstimmte. Bei der Urteilsfindung half dem Gericht nicht nur ein tiefer Blick in die Akten, sondern auch ins Glas. Das Urteil, die Weiße Weste fürDr. Axel Horstmann, war zu erwarten. Die Auflage des Ting-Gerichtes, die dem Verurteilten den Weiße Westenträger Dr. Jürgen Rüttgers als Bewäh-rungshelfer zur Seite stellte, bei dem er sich wöchentlich melden und dem er folgen solle, quittierte Horstmann mit Murren und dem Kommentar: Ersteres sowieso, zweitens niemals!
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2006

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Professor Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie von Nordrhein-Westfalen, FDP
musste sich am 18.11.2006 barschen Anschuldigungen des Anklägers Dr. Franz-Josef Antwerpes erwehren. Weder die Richter Hermann-Josef Ahmann, Wolfgang Pantförder und Mathias Richter, noch der streitlustige Pflichtverteidiger Dr. Axel Horstmann wollte der Ankläger zu Worte kommen lassen. Die wichtigsten Anschuldigungen gegen Pinkwart waren: Zauberei, Bandendiebstahl und schwerste Sprachkörperverletzung. Ein harter Kampf für Pinkwart, schoss doch der ehemalige Regierungspräsident aus allen Rohren gegen den Liberalen. Pinkwart habe sich ein Ministerium herbeigezaubert (Innovation), das es vorher nie gab, und er zocke arme Studenten ab, verspreche den Unis 320 Millionen Euro Beiträge pro Jahr. Aus Schei... Gold zu machen ist Alchemie! Pinkwart sei ein Sprachpanscher und praktiziere Denglisch . Mit Begriffen wie Stammzellen-Meeting, Tenure Track, Turn-around Manager etc., vergewaltige er die deutsche Sprache. Lauthals forderte er strengste Bestrafung hart aber ungerecht. Passend zum Vorwurf der Zauberei war Pinkwart als Albus Dumbledore (Hogwarts Schulleiter aus der Harry-Potter-Reihe) kostümiert. Sein Platz während der Verhandlung in der Kulisse einer Alchimisten- Küche rundete diese schöne Idee ab. Anfangs konnte der gescholtene Dumbledore Pinkwart noch auf die Unterstützung seines Kabinett-Referenten Mathias Richter zählen aber am Ende der Verhandlung forderte er Knast für seinen Chef. Der kam indes mit der Weißen Weste und einer Einweisung in eine Anstalt gegen die Infiltrierung der deutschen Sprache davon.
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2007

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Oliver Wittke, Minister für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
alias „Olli Jau Stau“ aus „Um lei tung“ und dem Land des „Nicht Lächelns“, auch bekannt als Bau- und Verkehrsminister Oliver Wittke, stand unter dem Vorwurf in NRW der größte Stauverursacher zu sein. Wie ein Chinesischer Kuli, radelte er in einer aufwendig geschmückten Drachenrikscha vor das Gericht. Dies unter steter Aufsicht des lässigen Tschakkos (Senator Wilfried Maus). Staatsanwältin Renate Fröhlich fuhr schweres Geschütz auf: „Er wolle NRW staufrei machen, stattdessen fängt er überall an zu buddeln 300 km Baustellen in NRW!“ Auch Richter Pantförder zeigte sich unnachgiebig: „ Nur weil Olli Geld gibt, haben wir überall Stau in Recklinghausen. (Wallringumbau)“ Jau-Stau versuchte das Gericht und Publikum mit Hochprozentigem, Schalke Wimpeln und Fußball-Klebebildchen auf seine Seite zu ziehen. Als der vorsitzende Richter: Hermann-Josef Ahmann den bekennenden Schalke-Fan unter die Lupe nehmen, konterte Wittke mit allen Strophen der Schalke Hymne. Das Publikum sang lauthals das „Blau und Weiß wie lieb ich dich“ mit. Verteidiger Wissenschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart trat den Beweis an, dass man nicht zwangsläufig mit der Beschäftigung von trockener Wissenschaftsmaterie selbst zum trockenen Zeitgenossen wird. Er schlug vor: „ Als Bauminister können Sie ein Programm für Wohnmobile auflegen, dann könnten die Menschen gleich im Stau wohnen.“ Der Angeklagte versprach in seinem Schlusswort weiterhin Frondienste für Recklinghausen leisten zu wollen. Dies nahm das Gericht in seinem Urteil gerne auf: „ Als passionierter Jäger werden sie dazu verdonnert, ihr Talent als Treiber für Recklinghausen einzusetzen. Mit einem dicken Fördertopf haben sie dafür zu sorgen, dass der Saalbau renoviert und in die Hände der GRO-RE-KA übergeben wird.“ Schuldig und unter Auflage die 21. Weiße Weste für Oliver Wittke.
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2008

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Claudia Roth, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (MdB)
kalauerte mit dem schwarzen Pflichtverteidiger Oliver Wittke am 29.11.08 im Bürgerhaus Süd um die Wette. Von Inszenierungen versteht die gelernte Dramaturgin etwas. Unter Klängen des Bayerischen Defiliermarsches drängelte C.R. mit 8 Bierhumpen den im Stechschritt stacksenden Tschakko Wilfried Maus vor sich her auf die Bühne. Sichtlich wohl fühlte sie sich in der Rolle der Plärrerwirtin Claudia Benedikta (kein Scherz) aus der Augsburger Puppenkiste und dem Bundestheater Berlin. Für eine Zehntelsekunde war Roth platt ob der närrischen Anschuldigung der schrillen Staatsanwältin Renate Fröhlich: Die "durchgeknallte , spätpubertierende Pseudo-68-zigerin" sei eine Königskillerin und verstoße mit messerscharfer Zunge gegen das Waffengesetz. Dazu kam noch Majestätsbeleidigung gegen König Erwin (Huber) von Bayern, Wehrkraftersetzende Angriffe auf die Festung Beckstein (Günter) in Tateinheit mit Verleumdung (der wäre durchaus zur Leidenschaft fähig) und Landfriedensbruch. Die Richter johlten. Hermann Josef Ahmann : "Prösterchen, lasst uns den Motor anwerfen, auf eine flüssige Verhandlung."Roth schimpfte ihren Pflichtverteidiger Wittke als voreingenommen, schließlich hatte der Bau-und Verkehrsminister gerade noch die Staatsanwältin geküsst: "Is hier Rechtsstaat oder was? Ich bin doch nicht in Bayern!" Keine Chance und von Gerechtigkeit hatte sowieso niemand gesprochen. "Wir sagen das und dann ist das so", fasste Richter Pantförder die Grundsätze des Gerichtshofes zusammen. "Außerdem ist bei uns noch nie jemand freigesprochen worden" ergänzte Richter Dr. Wesener. Da half nur Bestechung-am Besten mit Bier: "Wenn man in Bayern noch mit 2 Maß Auto fahren kann, dann kann hier mit 'nem bisschen weniger noch gerichtet werden", flötete Roth. Die Weiße Weste für Claudia Roth-aber mit Auflage: 1. Weste weiß halten, 2. Pflichtverteidigung im nächsten Jahr übernehmen und 3. Roth soll in Recklinghausen 1 Tag beim Fringe-Festival 2009 präsent sein. Den Antrag der Staatsanwältin, Roth solle als Dramarturgin den Kommunalwahlkampf im Juni 2009 der Recklinghäuser Parteien und Wählergruppen koordinieren, verwarf das Gericht als zu ächtende Folter.
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2009

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Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes NRW
Die Jamaika Koalitiion im Recklinghäuser Rathaus hatten die Akteure-Renate Fröhlich, Anklägerin, Mathias Richter, Dr. Wolfgang Wesener und Frank Cerny als Richter zu Kostümen , Bühnenbild und Thema inspiriert. Palmen wogen sich am 21.11.2009 im Bürgerhaus, das Gericht ließ lässig Joints kreisen, als die Angeklagte "die Rote Hanne der NRW SPD", in einem Bötchen mit NRW Flagge hereinsegelte, bzw. vom GRO-RE-KA Polizisten Michael Hütter reingeschleppt wurde. Willkommen in Raagaehausen! Hannelore Kraft, SPD Landeschefin, genoss sichtlich ihren Auftritt und stellte sofort klar, dass sie NRW kapern und auch Recklinghausen wieder rot färben will. Das Bohren des Gerichts nach den Konstellationen der möglichen Koalitionshelfern und ihrer Parteifarben (Spanien für rot-gelb-rot bzw. rot-grün-gelb als Kongo-Koalition) ließ die auf dem Rhein-Herne Kanal schippernde Frau des Volkes unbeantwortet. Dabei harmonierte sie mit dem brillierenden Verteidiger Christoph Tesche bestens, der erst 3,5 Stunden vor Beginn des Festes die fieberhafte Suche nach dem Ersatzmann für den Ersatzmann der verhinderten Claudia Roth beendete und mutig in die Bresche sprang. Die Jamaika-Farben und Jamaika-Koaltion im Recklinghäuser Rathaus waren das eine, die Verfehlungen der Roten Hanne ein anderes. Der unter SPD-Flagge segelnden Korsarin, die Jürgen Rüttgers über Bord werfen will, wurde der jecke Prozess gemacht. Piraterie (wegen ihrer Stimmen-Kaper-Fahrten auf allen TV Kanälen) aber vor allem unterlassene Hilfeleistung gegenüber dem geächteten und Kiel geholten Klabautermann Wolfgang Clement legte Renate Fröhlich ihr zu Last. Letzteres wog schwer, weil sie Clement (8. Weiße Westenträger) nicht geholfen habe, als die SPD -Mannschaft ihn über Bord geworfen habe. Am Ende die Weiße Weste für Hannelore Kraft unter Auflagen: Im Falle eines Wahlsieges der SPD soll sie alle Fördertöpfe für Recklinghausen öffnen und in 2010 Arm in Arm mit dem versöhnten Wolfgang Clement in Recklinghausen die Pflichtverteidigung zum 24. Gerichtshof übernehmen.
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2010

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Dr. Peter Paziorek, Regierungspräsident von Münster a. D., CDU
Kulturhauptstadt 2010 war das Thema an diesem Abend. Die zusätzliche Bühnendekoration - ein Ballon der gelungen Aktion "Schachtzeichen" - markierte den super Standort Recklinghausen. Als herausragender Aktivposten des Ruhrgebietes präsentierten die GRO-RE-Kaner ihre Stadt innerhalb des Bermuda-Dreiecks der Fußballgrößen Schalke o4, BVB und VfL. Dr. Paziorek, in blau-weißer Kluft des Vereins, Fahne schwenkend und mit der Unbekümmertheit eines Riesenballjungen, erwartete gelassen das was da kommen sollte.
Die Große Recklinghäuser Karnevalsgesellschaft verknackste Dr. Peter Paziorek dazu das Zepter im Recklinghäuser Karneval zu übernehmen und von Weiberfastnacht bis Rosenmontag den Karnevalsprinz zu geben. Ihm wurde weiterhin die Auflage erteilt, den Sitz der Bezirksregierung nach Recklinghausen zu verlegen. Dazu stellte ihm Mathias Richter die Landratsvilla mit dem "großen Hegemann als Hausmeister" als Amtssitz in Aussicht. "Und wenn der den Job nicht macht, kriegen Sie den kleinen Jochen Welt." Weil Peter Paziorek mit der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft eine starke Verteidigerin hatte, fand er am 20.11.2010 als 24. Kandidat auch Aufnahme in die Riege der erlauchten Weiße Westenträger.
Bei diesem vergnügten Abend im Bürgerhaus Süd, nahm Mathias Richter als Vorsitzender Richter des Närrischen Gerichtshofes kein Blatt vor den Mund. Ihm zur Seite standen GRO-RE-KA - Senatspräsident Dr. Wolfgang Wesener und Frank Cerny. Die Närrische Staatsgewalt - mit neuer Original Polizeiuniform - verkörperte launig der Schupo Wilfried Maus. Renate Fröhlich agierte als Närrische Anklägerin und zog dem vermeintlich Guten die Hammelbeine lang.
Die Ministerpräsidentin verteidigte einen der letzten "schwarzen" Regierungspräsidenten mit allen Tricks: "Was er jetzt braucht ist ganz viel Kraft! Wegen des Vorwurfs der fortgesetzten Buhlerei im Amt
verteidigte die Landesmutter ihn: " Der tut nicht nur so, der kann seinen Job." "Ich mache alles!", stellte Paziorek selbstbewusst fest. Den Vorwurf, dass der Schalker Paziorek als ehemaliger Aufsichtsrat und amtierender Ehrenrat seiner Fürsorgepflicht nicht nachgekommen wäre und Mitschuld an der Situation des Vereins hätte (finanziell und spielerisch), zerpflückte die Verteidigerin ebenfalls: "Schalke 04 ließ Peter Paziorek im Stich - und nicht nur ihn. Als Gladbach-Fan ahne ich, was er durchmacht."
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